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29.10.2007
SPD/CDU: „Altenheim Borkum – Bei den Tatsachen bleiben"
„Die Mängel im Pflegeheim sind schon seit langem bekannt“
Borkum - „Die Kündigung des Geschäftsversorgungs- vertrages durch das Tilch-Unternehmen wurde der Borkumer Zeitung zeitnah zugeleitet, bis heute wurde das Schreiben, dass auch an die Ratsmitglieder gerichtet ist, seitens der Verwaltung diesen offiziell nicht zugestellt“, moniert SPD/CDU- Gruppensprecher Dieter Rothe gegenüber unserer Zeitung. „Statt die anstehenden Probleme in den zuständigen Ausschüssen und im Rat zu bearbeiten, wird von Bürgermeisterin Kristin Mahlitz nur eine einseitige Informationspolitik über die Presse betrieben“, so Rothe weiter. Die von den Mitgliedern des Sozialausschusses angeforderten vergangenen Berichte der Heimaufsicht lägen ebenfalls immer noch nicht vor. „Die Mängel in unserer Pflegeeinrichtung sind schon seit Jahren bekannt und durch die Heimaufsicht und den Medizinischen Dienst angemahnt worden. Mit anderen Worten, sie waren der Verwaltung bekannt“, lautet Rothes Vorwurf. „Vor dem Hintergrund der kritischen Bestandaufnahme der Situation in deutschen Altenheimen durch den Medizinischen Dienst ist die Reaktion des Tilch-Unternehmens durchaus verständlich, das Unternehmen ist auf seinen guten Ruf bedacht“. „Was erwarten wir aber von einer Institution, die in die Jahre gekommen ist, und in der ein dringender Investitions- und Sanierungsbedarf besteht?“, fragt sich der Gruppensprecher. „Deren Pflegekräfte seit Jahren keine externe Weiterbildung erfahren haben, deren Arbeitszeiten nicht dem Arbeitsgesetz entsprachen und somit auch der Gesundheit der Mitarbeiter nicht förderlich waren. Was erwarten wir von einer kleinen, kommunalen Pflegeeinrichtung, die aufgrund finanzieller Engpässe Personal einsparen muss?! Aktuell arbeitet nur eine Putzfrau in der Einrichtung, wie sollen hier Hygienestandards erfüllt werden?“ Und weiter: „Was erwarten wir von Mitarbeitern, die ein Jahr lang im Ungewissen über die Zukunft ihrer Arbeitsplätze gelassen wurden? Den Mitarbeitern mit personalrechtlichen Konsequenzen drohen, ist sicherlich der falsche Weg“, meint Rothe. Viele Faktoren Für den Zustand im Altenwohn- und Pflegeheim seien viele Faktoren verantwortlich. Strukturelle Mängel bedingt durch Alter und Größe, mangelhafte Kommunikation zwischen Leitung und Verwaltung, fehlendes Qualitätsmanagement und natürlich fehlende finanzielle Mittel. „Nicht umsonst fordern die SPD/CDU-Gruppe und Ratsmitglieder anderer Fraktionen eine Privatisierung, kommunal kann diese Institution nicht weiter geführt werden. Hier muss ein modernes Dienstleistungszentrum für den älteren Bürger, und in erster Linie für den Borkumer Bürger, entstehen. Hier soll für die nächsten Jahrzehnte die Versorgung unserer kranken, pflegebedürftigen und behinderten Bürger auf einem hohen Standard gesichert werden. Und dieses Ziel sollten wir nicht aus den Augen verlieren“, appelliert Dieter Rothe.
„Per Ratsbeschluss wurde Bürgermeisterin Mahlitz aufgefordert, die Verhandlungen für eine Privatisierung bis zur Vertragsreife vorzubereiten. Hier erwarten wir endlich eine solide Arbeit in den fachlichen Gremien. Unsachliche Informationspolitik und ständige Profilierungsversuche in der Presse sind dagegen völlig kontraproduktiv“, kritisiert Rothe abschließend.

Quelle: Borkumer Zeitung, 29.10.2007